Ein Notfall, eine Blutspende, eine geplante Operation oder eine Reise ins Ausland – es gibt viele Momente, in denen die eigene Blutgruppe eine Rolle spielt. Trotzdem kennen viele Menschen sie nicht, denn sie wird nicht routinemäßig bestimmt. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere einfache Wege, die eigene Blutgruppe herauszufinden. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was AB0-System und Rhesusfaktor bedeuten, wie häufig welche Blutgruppe ist, wie sie vererbt wird – und wie Sie selbst Klarheit gewinnen.
Kurz gesagt: Ihre Blutgruppe finden Sie auf mehreren Wegen heraus – im Blutspendeausweis, in alten medizinischen Unterlagen wie dem Mutterpass, durch eine Blutuntersuchung beim Arzt, durch eine Blutspende oder mit einem Blutgruppen-Schnelltest für zu Hause. Für medizinisch verbindliche Zwecke gilt immer eine laborbestätigte Bestimmung; ein Selbsttest dient der persönlichen Orientierung.

Welche Blutgruppen gibt es? Das AB0-System einfach erklärt
Eine Blutgruppe beschreibt bestimmte Merkmale, sogenannte Antigene, auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Das bekannteste und wichtigste System ist das AB0-System mit den vier Hauptgruppen A, B, AB und 0. Bei Blutgruppe A tragen die roten Blutkörperchen das A-Antigen, bei Blutgruppe B das B-Antigen. Blutgruppe AB trägt beide Antigene, während Blutgruppe 0 keines dieser beiden Antigene besitzt.
- Blutgruppe A – trägt das Antigen A.
- Blutgruppe B – trägt das Antigen B.
- Blutgruppe AB – trägt die Antigene A und B.
- Blutgruppe 0 – trägt weder A- noch B-Antigen.
Welche Antigene Ihr Blut trägt, entscheidet darüber, mit welchem fremden Blut es verträglich ist. Das ist vor allem bei Bluttransfusionen entscheidend, weil unverträgliche Blutgruppen schwere Reaktionen auslösen können.
Der Rhesusfaktor einfach erklärt
Zusätzlich zum AB0-System wird der Rhesusfaktor bestimmt. Gemeint ist dabei vor allem das sogenannte D-Antigen. Ist dieses D-Antigen vorhanden, spricht man von Rhesus positiv. Fehlt es, spricht man von Rhesus negativ.
- Rhesus positiv (RhD+): Das D-Antigen ist vorhanden.
- Rhesus negativ (RhD−): Das D-Antigen fehlt.
Der Rhesusfaktor ist unter anderem in der Schwangerschaft wichtig. Bei einer Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind können medizinische Maßnahmen erforderlich sein. Solche Fragen gehören immer in die ärztliche Betreuung.
Die 8 Blutgruppen und wie häufig sie in Deutschland sind
Kombiniert man AB0-System und Rhesusfaktor, ergeben sich acht gängige Blutgruppen: A+, A−, B+, B−, AB+, AB−, 0+ und 0−. Die Verteilung ist nicht gleichmäßig. In Deutschland gehören A positiv und 0 positiv zu den häufigsten Blutgruppen, während AB negativ besonders selten ist.
| Blutgruppe | Anteil in Deutschland, ca. |
|---|---|
| A Rhesus positiv (A+) | 37 % |
| 0 Rhesus positiv (0+) | 35 % |
| B Rhesus positiv (B+) | 9 % |
| A Rhesus negativ (A−) | 6 % |
| 0 Rhesus negativ (0−) | 6 % |
| AB Rhesus positiv (AB+) | 4 % |
| B Rhesus negativ (B−) | 2 % |
| AB Rhesus negativ (AB−) | 1 % |
Zusammengefasst: A und 0 sind die häufigsten Hauptgruppen, B und AB kommen seltener vor. Die seltenste Kombination ist AB Rhesus negativ.
Blutgruppen-Kompatibilität: Wer kann wem Blut spenden?
Bei einer Transfusion müssen Spender- und Empfängerblut zusammenpassen, sonst kann es zu gefährlichen Abwehrreaktionen kommen. Häufig fallen in diesem Zusammenhang zwei Begriffe:
- Universalspender: Blutgruppe 0 negativ wird bei roten Blutkörperchen häufig als Universalspender bezeichnet, weil keine A-, B- oder D-Antigene vorhanden sind.
- Universalempfänger: Blutgruppe AB positiv wird häufig als Universalempfänger bezeichnet, weil keine Antikörper gegen A, B oder RhD gebildet werden.
Die folgende Übersicht zeigt die vereinfachte AB0-Verträglichkeit bei roten Blutkörperchen. Weitere Blutgruppenmerkmale und die genaue Verträglichkeit prüft vor jeder Transfusion immer das Labor.
| Blutgruppe | kann spenden an | kann empfangen von |
|---|---|---|
| 0 | A, B, AB, 0 | 0 |
| A | A, AB | A, 0 |
| B | B, AB | B, 0 |
| AB | AB | A, B, AB, 0 |
Beim Rhesusfaktor gilt zusätzlich: Rhesus-negative Empfänger sollten in der Regel Rhesus-negatives Blut erhalten. Die endgültige Verträglichkeit wird im medizinischen Kontext immer professionell geprüft.
Wie wird die Blutgruppe vererbt?
Die Blutgruppe wird von den Eltern vererbt und bleibt normalerweise ein Leben lang gleich. Jedes Elternteil gibt eine Variante weiter. Beim AB0-System sind A und B dominant, während 0 rezessiv ist. Die Blutgruppe 0 tritt also nur auf, wenn von beiden Elternteilen eine 0-Variante weitergegeben wird.
Wichtig: Aus den Blutgruppen der Eltern lässt sich die eigene Blutgruppe nur eingrenzen, aber nicht sicher bestimmen. Wer seine Blutgruppe genau wissen möchte, braucht eine echte Bestimmung – zum Beispiel über einen Blutspendeausweis, eine Laboruntersuchung oder einen Selbsttest zur persönlichen Orientierung.

Woher weiß ich, welche Blutgruppe ich habe? Die 5 Wege im Überblick
Um herauszufinden, welche Blutgruppe Sie haben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Manche Wege liefern eine medizinisch dokumentierte Bestimmung, andere eignen sich vor allem zur schnellen persönlichen Orientierung.
| Weg | Aufwand | Offiziell gültig? | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| Blutspendeausweis | kein neuer Test nötig | ja | Nach der ersten Blutspende eingetragen. |
| Alte Unterlagen / Mutterpass | gering | ja, wenn ärztlich dokumentiert | Bei Schwangeren oft im Mutterpass vermerkt. |
| Arzt / Labor | Termin nötig | ja | Bestimmung im Labor, besonders für medizinische Zwecke. |
| Blutspende | Termin | ja | Sie erfahren Ihre Blutgruppe und helfen zugleich anderen Menschen. |
| Selbsttest für zu Hause | sehr gering, jederzeit | nein, persönliche Orientierung | Ergebnis in wenigen Minuten per Fingerpiks. |
1. Blutspendeausweis
Falls Sie bereits Blut gespendet haben, steht Ihre Blutgruppe auf Ihrem Blutspendeausweis. Sie wird dort nach der Spende eingetragen und ist eine verlässliche Quelle.
2. Medizinische Unterlagen und Mutterpass
Manchmal findet sich die Blutgruppe in alten Befunden, etwa nach Operationen, oder bei Frauen im Mutterpass. Ein Blick in vorhandene Unterlagen lohnt sich.
3. Beim Arzt oder im Labor bestimmen lassen
Ihre Hausarztpraxis oder ein Labor kann die Blutgruppe über eine Blutprobe bestimmen. Das ist der richtige Weg, wenn eine medizinisch verbindliche Dokumentation benötigt wird.
4. Bei einer Blutspende
Wer Blut spendet, erfährt seine Blutgruppe automatisch und tut gleichzeitig etwas Gutes. Diese Möglichkeit eignet sich besonders, wenn Sie ohnehin Blut spenden möchten.
5. Selbsttest für zu Hause
Wer nicht auf einen Termin warten möchte, kann seine Blutgruppe mit einem Schnelltest selbst bestimmen. Ein solcher Test liefert über einen Tropfen Kapillarblut innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis und eignet sich gut zur persönlichen Orientierung – etwa vor einer Reise oder einfach aus Interesse. Einen geprüften Blutgruppen-Schnelltest für zu Hause finden Sie in unserem Shop; weitere Heimtests finden Sie in der Kategorie Gesundheitstests.

Wie funktioniert ein Blutgruppen-Selbsttest?
Ein Blutgruppen-Selbsttest beruht auf demselben Grundprinzip wie die Bestimmung im Labor: der Agglutination, also der sichtbaren Verklumpung roter Blutkörperchen. Auf einer Testkarte befinden sich Felder mit Reagenzien, meist Anti-A, Anti-B, Anti-D für den Rhesusfaktor sowie ein Kontrollfeld.
Trifft ein Reagenz auf das passende Antigen in Ihrem Blut, verklumpen die roten Blutkörperchen sichtbar. Dadurch entsteht ein Muster, aus dem sich Blutgruppe und Rhesusfaktor ablesen lassen. Die genaue Auswertung erfolgt immer nach der Anleitung des jeweiligen Tests.
| Anti-A | Anti-B | Anti-D | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| verklumpt | keine Verklumpung | verklumpt | A Rhesus positiv |
| verklumpt | keine Verklumpung | keine Verklumpung | A Rhesus negativ |
| keine Verklumpung | verklumpt | verklumpt | B Rhesus positiv |
| verklumpt | verklumpt | verklumpt | AB Rhesus positiv |
| keine Verklumpung | keine Verklumpung | verklumpt | 0 Rhesus positiv |
| keine Verklumpung | keine Verklumpung | keine Verklumpung | 0 Rhesus negativ |
Hinweis: Reagiert das Kontrollfeld, ist das Ergebnis ungültig und der Test sollte wiederholt werden. Maßgeblich ist immer die Anleitung des jeweiligen Tests.

Selbsttest zu Hause – nur ein Tropfen Blut und ein Testkit
Ein Blutgruppen-Schnelltest ermöglicht es, die eigene Blutgruppe schnell und unkompliziert zu bestimmen – ideal zur persönlichen Orientierung, für Reisen oder aus Interesse. Der Selbsttest funktioniert mit einer kleinen Blutprobe aus der Fingerkuppe, die auf die Testkarte aufgetragen und mit den vorhandenen Reagenzien ausgewertet wird.
Wichtig ist eine sorgfältige Durchführung: Finger reinigen, Blutprobe korrekt auftragen, die Karte wie in der Anleitung beschrieben bewegen und das Ergebnis nicht zu hastig ablesen. Gerade die sichtbare Verklumpung braucht etwas Zeit, um eindeutig erkennbar zu werden.
Ein Selbsttest kann sehr praktisch sein, ersetzt aber keine laborbestätigte Blutgruppenbestimmung. Für offizielle medizinische Zwecke, den Mutterpass, Transfusionen oder ärztliche Dokumentation ist immer eine professionelle Bestimmung erforderlich.
Experteneinschätzung von Robben Medical
Aus unserer Erfahrung scheitern Blutgruppen-Selbsttests selten am Produkt, sondern eher an der Durchführung. Der häufigste Fehler ist zu hastiges Ablesen. Das gründliche, mehrfache Kippen beziehungsweise Bewegen der Karte ist der entscheidende Schritt, damit sich eine Verklumpung sichtbar entwickeln kann.
Ebenso wichtig ist die realistische Erwartung: Ein Heimtest ist ideal, um die eigene Blutgruppe für sich selbst zu kennen. Für den Mutterpass, eine Transfusion oder andere verbindliche medizinische Zwecke bleibt jedoch ausschließlich die laborbestätigte Bestimmung maßgeblich. Wer beides kombiniert – erst die schnelle Orientierung zu Hause, bei Bedarf später die Laborbestätigung – fährt am sichersten.
Häufige Fragen zur Blutgruppe
Kann ich meine Blutgruppe aus den Blutgruppen meiner Eltern ableiten?
Nur eingrenzen, nicht sicher bestimmen. Da A und B dominant und 0 rezessiv vererbt werden, kommen je nach Eltern nur bestimmte Blutgruppen infrage – die tatsächliche Blutgruppe verrät aber erst eine echte Bestimmung.
Ändert sich die Blutgruppe im Laufe des Lebens?
Nein. Die Blutgruppe ist genetisch festgelegt und bleibt normalerweise ein Leben lang gleich.
Steht meine Blutgruppe im Personalausweis?
Nein. Im deutschen Personalausweis ist die Blutgruppe nicht vermerkt. Verlässliche Angaben finden sich vor allem im Blutspendeausweis oder in ärztlichen Unterlagen.
Warum kennen so viele Menschen ihre Blutgruppe nicht?
Weil sie nicht routinemäßig bestimmt wird. Solange kein konkreter Anlass besteht, taucht die Blutgruppe in den meisten Arztbesuchen schlicht nicht auf.
Gibt es Blutgruppen-Tests bei dm oder Rossmann?
In Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann gehören Blutgruppen-Schnelltests in der Regel nicht zum Standardsortiment. Erhältlich sind sie vor allem online und in Apotheken.
Wird die Blutgruppe für Reisen oder ein Visum benötigt?
Für die meisten Reisen ist sie nicht zwingend nötig, kann aber im Notfall hilfreich sein. Bei einzelnen Visum-Anträgen oder längeren Aufenthalten kann nach der Blutgruppe gefragt werden. Dann ist es praktisch, sie bereits zu kennen.
Wie genau ist ein Blutgruppen-Selbsttest?
Etablierte Schnelltests können bei sorgfältiger Anwendung zuverlässige Hinweise liefern. Sie ersetzen aber keine laborbestätigte Bestimmung. Für verbindliche medizinische Zwecke gilt immer das Laborergebnis.
Ist ein Blutgruppen-Selbsttest ein offizieller Nachweis?
Nein. Ein Selbsttest dient der persönlichen Orientierung. Für Mutterpass, Transfusionen, Operationen oder ärztliche Dokumente ist eine professionelle Laborbestimmung erforderlich.
Fazit
Ihre Blutgruppe besteht aus AB0-Merkmal und Rhesusfaktor – in Deutschland besonders häufig A positiv und 0 positiv, besonders selten AB negativ. Herausfinden können Sie Ihre Blutgruppe über den Blutspendeausweis, alte Unterlagen, den Arzt, eine Blutspende oder einen Selbsttest für zu Hause.
Für eine schnelle, persönliche Orientierung ist ein Blutgruppen-Schnelltest für zu Hause der bequemste Weg. Für medizinisch verbindliche Zwecke bleibt die Bestimmung im Labor maßgeblich.
Robben-Medical Magazin
