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Kann ich zu Hause auf Milchallergie testen?

Bauchschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit – ein Glas Milch zum Frühstück kann für manche Menschen mehr als nur ein Genuss sein. Schnell stellt sich die Frage: Handelt es sich um eine harmlose Unverträglichkeit oder eine echte Kuhmilchallergie? Während Laktoseintoleranz vielen bekannt ist, bleibt die Kuhmilchallergie oft unbemerkt, obwohl sie schon bei geringen Mengen Milch starke Reaktionen hervorrufen kann. Gerade wenn Beschwerden immer wieder nach dem Verzehr von Milchprodukten auftreten, wünschen sich Betroffene schnelle Klarheit. Selbsttests bieten hier eine einfache Möglichkeit, erste Hinweise auf eine Muhmilchallergie zu gewinnen – bequem von zu Hause aus. Der Test auf Milcheiweißallergie ist für Kinder und Erwachsene erhältlich.

Auf Milchallergie testen: Milchallergie Symptome, Diagnose und Verlauf

Die Kuhmilchallergie zählt zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien im frühen Kindesalter und manifestiert sich in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres. Dabei reagiert das Immunsystem überempfindlich auf die in der Milch enthaltenen Proteine, was zu einer Vielzahl von Beschwerden führen kann. Zu den häufigsten Milchallergie-Symptomen gehören Hautreaktionen wie Quaddeln, Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen nach dem Verzehr von Milchprodukten. Darüber hinaus können Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall auftreten, ebenso wie Atemwegsprobleme bis hin zu schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxien). In seltenen Fällen kann eine Kuhmilchallergie lebensbedrohlich verlaufen. Zudem ist bekannt, dass der Konsum von Kuhmilch eine bestehende Neurodermitis (atopisches Ekzem) verschlechtern kann.

Packung des Milch-Allergie-Tests

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Kuhmilchallergie zu entwickeln, liegt unter 1 %. In den meisten Fällen bildet sich die Allergie bis zum Schulalter zurück. Daher empfehlen aktuelle medizinische Leitlinien, die Allergie in regelmäßigen Abständen zu überprüfen – etwa durch einen Milchallergie-Test für Kinder. Ein solcher Milchallergie-Test für Kinder sollte je nach Alter etwa alle sechs, zwölf oder 24 Monate durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Allergie noch besteht.

Allergene in der Milch

Kuhmilch enthält über 20 verschiedene allergene Proteine, darunter Beta-Laktoglobulin, Alpha-S1- und Alpha-S2-Kasein, Kappa-Kasein, Beta-Kasein, Laktoferrin und Serumalbumin. Häufig zeigen Betroffene allergische Reaktionen auf mehrere dieser Proteine gleichzeitig. In Ziegen- und Schafsmilch sind insbesondere Alpha-S1-, Alpha-S2- und Beta-Kasein die Hauptverursacher von allergischen Reaktionen. Diese Eiweiße ähneln denen in der Kuhmilch und können daher ähnliche allergische Reaktionen hervorrufen. Für Stuten- und Eselsmilch sind bisher keine wissenschaftlichen Studien veröffentlicht worden, die spezifische allergene Proteine identifizieren.

Kuhmilchallergie auch bei Pflegeprodukten relevant

Kuhmilchproteine wie Kasein, Molkeneiweiß, Lactalbumin oder Lactoglobulin finden sich nicht nur in Lebensmitteln, sondern können auch in Medikamenten sowie in Pflegeprodukten wie Cremes, Lotionen, Shampoos, Dusch- und Badezusätzen enthalten sein. Bei empfindlichen Personen kann der Hautkontakt mit diesen Substanzen allergische Reaktionen hervorrufen, insbesondere wenn bereits eine bestehende Hauterkrankung wie Neurodermitis vorliegt. Besonders Säuglinge mit Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko, durch den Kontakt mit milchhaltigen Pflegeprodukten eine Sensibilisierung zu entwickeln.

Mädchen mit Milchglas hinter rotem Herzluftballon
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Kuhmilchallergie oder Laktoseintoleranz? Milcheiweißallergie testen lassen

Viele Betroffene reagieren empfindlich auf Kuhmilch, doch die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Milchallergie und Laktoseintoleranz, da beide auf völlig unterschiedlichen körperlichen Prozessen beruhen und unterschiedlich behandelt werden müssen. Ein Milchallergie-Test aus der Apotheke gibt Klarheit. Die Kuhmilchallergie ist eine immunologische Reaktion auf die Eiweiße in der Kuhmilch. Das Immunsystem erkennt diese als Fremdstoffe und reagiert mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Dies kann zu vielfältigen Symptomen führen, die die Haut, den Magen-Darm-Trakt oder die Atemwege betreffen. Typische Anzeichen sind Juckreiz, Hautausschläge, Durchfall, Erbrechen oder Atemnot. In schweren Fällen kann es zu einer Anaphylaxie kommen. Ein Test auf Milcheiweißallergie kann dabei helfen, die Diagnose zu sichern. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern, bei denen die Allergie am häufigsten auftritt, ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob sich die Reaktion zurückbildet.

Junge Frau mit Laktoseintoleranz auf beigem Hintergrund
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Die Laktoseintoleranz hingegen hat eine völlig andere Ursache. Hier fehlt dem Körper das Enzym Laktase, das für die Verdauung des Milchzuckers (Laktose) notwendig ist. Da die Laktose unverdaut in den Dickdarm gelangt, wird sie dort von Bakterien zersetzt. Dabei entstehen Gase und Stoffwechselprodukte, die Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen können. Im Gegensatz zur Milchallergie handelt es sich nicht um eine Immunreaktion, sondern um ein Verdauungsproblem. Während selbst kleinste Mengen Milchprotein bei einer Allergie zu einer heftigen Abwehrreaktion führen können, ist es bei Laktoseintoleranz oft möglich, geringe Mengen an Milchzucker zu konsumieren, ohne Beschwerden zu bekommen.

So funktioniert der Milchallergie-Test für Erwachsene und Kinder

Die Diagnose einer Kuhmilchallergie kann durch verschiedene Testverfahren erfolgen, die sowohl in der ärztlichen Praxis als auch in Form von Selbsttests verfügbar sind:
1. Hautpricktest: Hierbei wird eine milchhaltige Testlösung auf die Haut aufgetragen und die Haut leicht eingeritzt. Falls eine Allergie besteht, bildet sich innerhalb weniger Minuten eine kleine Quaddel.
2. Bluttest (spezifisches IgE): Dieser misst das Vorhandensein spezifischer Antikörper gegen Milchproteine im Blut. Ein erhöhter Wert deutet auf eine Sensibilisierung hin, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass eine klinisch relevante Allergie vorliegt.

Die Diagnose einer Kuhmilchallergie kann durch verschiedene Testverfahren erfolgen, die sowohl in der ärztlichen Praxis als auch in Form von Selbsttests verfügbar sind. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, die je nach Symptomatik und individuellem Risikoprofil des Patienten gewählt werden.

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1. Hautpricktest als Milchallergie Test für Erwachsene: Schnelle Reaktion auf Milchallergie Symptome

Der Hautpricktest ist eine weit verbreitete Methode zur Diagnose von Allergien, einschließlich einer Milchallergie. Dabei wird eine Testlösung, die Milcheiweiße enthält, auf die Haut – meist am Unterarm oder Rücken – aufgetragen. Anschließend wird die Haut mit einer feinen Lanzette oder Nadel leicht angeritzt, sodass die allergenen Substanzen in die oberen Hautschichten eindringen können. Falls der Körper sensibilisiert ist, erkennt das Immunsystem die Milcheiweiße als potenzielle Bedrohung und reagiert darauf mit der Freisetzung von Histamin. Dies führt zu einer lokalen Hautreaktion, die sich durch eine Rötung, Juckreiz und die Bildung einer Quaddel (eine kleine, geschwollene Hauterhebung) äußert. Diese Reaktion tritt in der Regel innerhalb von 15 bis 20 Minuten auf und wird mit einer Kontrolllösung verglichen.

2. Bluttest (spezifisches IgE): Milcheiweißallergie testen über Antikörperreaktion

Eine weitere diagnostische Methode ist der Bluttest auf spezifisches Immunglobulin E (IgE). Hierbei wird etwas Blut entnommen und auf das Vorhandensein von IgE-Antikörpern untersucht, die speziell gegen Milcheiweiße gerichtet sind. Der Test misst die Konzentration dieser Antikörper im Blut, da sie eine entscheidende Rolle in allergischen Reaktionen spielen. Ein erhöhter IgE-Wert zeigt, dass der Körper auf Milcheiweiße reagiert, was auf eine Sensibilisierung hindeuten kann.

Lebensmittel-Allergietest mit Blutporbe und Testformular
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Milchallergie-Test aus der Apotheke – einfach auf Milchallergie testen

Selbsttests auf Kuhmilchallergie bieten eine praktische Möglichkeit, erste Hinweise auf eine mögliche Allergie zu erhalten. Sie sind leicht anzuwenden, oft ohne Termin verfügbar und können bequem von zu Hause aus durchgeführt werden. Besonders hilfreich sind sie für Menschen, die wiederholt Beschwerden nach dem Verzehr von Milchprodukten bemerken, aber noch keine eindeutige Diagnose haben. Blutbasierte Tests messen spezifische IgE-Antikörper gegen Milcheiweiß, während Eliminationsdiäten helfen, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Symptomen zu erkennen. Bei starken Symptomen wie Atemnot, Schwellungen oder Kreislaufproblemen sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn anhaltende Beschwerden bestehen oder Unsicherheit über das Testergebnis herrscht, ist eine ärztliche Abklärung durch spezialisierte Allergietests sinnvoll.